Hans Jörg Glattfelder erhält den Kunstpreis 2022

 

Hans Jörg Glattfelder. Foto: Eva Hultberg

Am 28. Mai 2022 wird in Konstanz der Kunstpreis der heijo+gisela hangen-stiftung an den konstruktivistischen Schweizer Künstler Hans Jörg Glattfelder verliehen.

Seit 2016 vergibt die Stiftung alle zwei Jahre den mit 10.000 Euro und dem Preisträger-Ring dotierten Kunstpreis an darstellende und bildende Künstler als Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Der Ring, der ursprünglich 1968 von heijo hangen für seine Frau Gisela entworfen wurde, zeigt das charakteristische Modul und wird individuell für den Preisträger angefertigt und graviert. 

 


 

 

In diesem Jahr wird der Kunstpreis zum vierten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 28. Mai 2022 in den neuen Räumlichkeiten der Galerie Geiger, Konstanz, im Rahmen der seit 8. Mai 2022 stattfindenden Ausstellung mit Werken Glattfelders statt. Die Galerie ist sowohl mit Hans Jörg Glattfelder als auch mit heijo hangen eng verbunden. Die Laudatio hält Kunsthistoriker Dr. Stephan Geiger. 

 

Hans Jörg Glattfelder, 1939 in Zürich geboren, setzt sich in seinem Werk intensiv und vielschichtig mit dem Verhältnis von Fläche und Raum auseinander. Seine nichteuklidischen Metaphern, die er ab den 70er-Jahren schuf, arbeiten mit den physikalischen Vorstellungen von Raum und Zeit im Kontext der menschlichen Wahrnehmung. Glattfelder hat für seine Metaphern, seine künstlerischen Annäherungen an die Visualisierung des Wissenschaftlichen, den für die klassischen Konstruktivisten so typischen rechten Winkel geopfert. Hierdurch erschafft er exakt konstruierte Ansichten, die den Betrachter und seine Sinne herausfordern, die Phänomene wie die Raumkrümmung behandeln und gleichzeitig das Spannungsfeld zwischen physikalischer Realität und menschlicher Wahrnehmung an sich visualisieren und den naturgegebenen Konflikt zwischen dem Realen und dem Sichtbaren thematisieren. 

 

 

Triplon WN 8302, 1983. Foto: Galerie Geiger

Pyramiden PYR 414, 1974. Foto: Galerie Geiger

Umriss-Energien WN1230, 2012. Foto: Galerie Geiger


 

 

Konstruktivismus ist nach Glattfelders Auffassung weit mehr als eine Kunstrichtung, vielmehr sieht er im Konstruktivismus ein epochales Paradigma des 20. Jahrhunderts, das sich in der Kunst ebenso widerspiegelt wie in anderen Disziplinen von Mathematik bis Kybernetik. 

 

Glattfelder vereint in seinem Werk die Kunst mit der Wissenschaft – zwei Begriffe, die heutzutage oft unvereinbar scheinen. Zu Zeiten der Renaissance, des uomo universale, gehörten sie zusammen. Die Arbeiten Glattfelders bieten in diesem Sinne eine Anregung zum Dialog zwischen den Disziplinen, der zum Hinterfragen ermutigen und völlig Neues, bisher Ungedachtes und Ungesehenes, zutage fördern kann.

 

Mit Hans Jörg Glattfelder hat heijo hangen noch vor seinem Tode nicht nur einen Preisträger ausgewählt, dessen Kunst und Lebenswerk er Würdigung erweist, sondern auch einen Menschen, mit dem er in langjähriger Freundschaft verbunden war.

 

 

heijo + gisela hangen-stiftung, 21. Mai 2022

 

 


 

Der Preisträger-Ring 2022 der 

heijo + gisela hangen - stiftung

ist bereits in Arbeit und wird

für den Preisträger 2022

angefertigt!

 

In Kürze erfahren Sie hier mehr! 


AKM - Ausstellung und Konzert zu Ehren heijo hangen

im Haus Metternich, Koblenz

 

Nachdem bereits im März 2020 alle Bilder für die geplante Ausstellung ausgesucht und verpackt zur Abholung bereit standen machte allen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Die Musiker hatten bereits das Konzert geplant, die Einladungen waren gedruckt, da kam der Lockdown.

 

Für das Jahr 2021 gingen dann alle wieder zaghaft in Planung, in der Hoffnung, Ausstellung und Konzert könnten stattfinden, aber wiederum machte Corona alles unmöglich.

 

Aber jetzt! Im März 2022 konnte die AKM konkret werden, die Einladungen versenden, die Bilder abholen und die Ausstellung vorbereiten. Am 95. Geburtstag heijo hangens, dem 29. April 2022, fand dann auch endlich das Konzert zu seinen Ehren statt. Ein wunderbares Konzert an dem heijo seine absolute Freude gehabt hätte!

 

Herzlichen Dank an die AKM, herzlichen Dank an Eva Zöllner (Akkordeon) und Stefan Kohmann (Vibraphon und Schlagwerke) für dieses wunderbare Geschenk! 

 

Falls jemand Fotos oder Videos von den Konzert hat, die wir auf der Homepage veröffentlichen dürfen, freuen wir uns, wenn Sie sich per Kontaktformular bei uns melden! 

 

Herzlichen Dank, die heijo + gisela hangen-stiftung 

AKM Arbeitskreis Mittelrheinischer Künstler in Koblenz zeigt vom 2. April 2022 bis zum  14. Mai 2022 eine Ausstellung zu Ehren heijo hangen


Kunstpreis der heijo + gisela hangen-stiftung 2020 geht an Bob Bonies

Die Fotos wurden uns freundlicherweise von der Galerie Hoffmann, Görbelheimer Mühle, Friedberg, zur Verfügung gestellt!

Kunstpreisträger Bob Bonies

 

heijo hangen hatte kurz vor seinem Tode im Juli 2019 den Wunsch geäußert, die nächsten, mit dem Kunstpreis der heijo + gisela hangen-stiftung auszuzeichnenden Künstler zu benennen.

 

Für 2020 fiel seine Wahl auf den niederländischen Maler Bob Bonies, ein Vertreter der Konkreten Kunst, dessen Lebenswerk er mit dem 10.000 Euro dotierten Kunstpreis auszeichnen wollte.

 

Die Preisverleihung an Bob Bonies im sollte im Rahmen der Midisage am 29.04.2020 der von der AKM (Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein) geplanten Ausstellung zu Ehren heijo hangen im Haus Metternich, in Koblenz, stattfinden.
57 Bilder für die große Ausstellung waren abholbereit, die Einladungen zur Preisverleihung waren gedruckt und dann kam Corona, der Shut Down, mit allen bekannten Begleiterscheinungen.

 

So war es leider nicht möglich, den Preis am 29.04.2020 in Anwesenheit von Bob Bonies und einem geladenen Publikum zu verleihen, ihm den Stiftungsring zu überreichen und ihn zu ehren.

 

Wir planen derzeit, die Preisverleihung im Rahmen der Ausstellung zu Ehren heijo hangen, der langjähriges Ehrenmitglied der AKM war, im Frühjahr 2021 nachzuholen.

 

Einstweilen stellen wir hier die für die Preisverleihung geplante Laudatio von Hans-Peter Riese, Vorstandsmitglied der heijo + gisela hangen-stiftung,  und langjähriger Wegbegleiter,

zur Verfügung.

 


Laudatio zur Kunstpreisverleihung der heijo + gisela hangen-stiftung 2020 an

Bob Bonies

 

Der niederländische Maler Bob Bonies  wird kunsthistorisch in der Stilrichtung der konkreten/konstruktiven Kunst verortet. Seine Künstler-Biographie nennt zahlreiche Ausstellungen, in denen er thematisch zusammen mit den herausragenden Kollegen dieser Richtung gezeigt worden ist. Seine Freundschaften zu Richard P. Lohse oder dem Stifter dieses Preises, heijo hangen, sind Hinweise auf seine künstlerische Heimat.

 

Dennoch mutet es vor allem aus der Sicht der formal strengen konstruktiven Künstler zuweilen schwer an, das Werk von Bonies in diesem Zusammenhang zu sehen. In der konstruktiven Kunst, zumal der deutschen, schweizer und auch niederländischen Variante geht es mehrheitlich um systematische Form- oder Farbvarianten, die in Serien entwickelt werden.

 

Heijo Hangen beispielsweise hat aus dem Quadrat, dem Grundelement der konstruktiven Kunst, durch Teilung ein Modul entwickelt, das er in seiner Kunst zeitlebens verwendet hat. Der Schweizer Richard P. Lohse entwickelte systematische Farbabläufe und wie Hangen postulierte er, dass die Farbe die Form dominiert.

 

Wie diese beiden Künstler hat auch Bonies seine Farbpalette auf wenige Grundfarben reduziert. In einem Statement sagt er: „Seit den sechziger Jahren bin ich nicht mehr subjektiv koloristisch tätig. Ich brauche die Farbe für den Kontrast, für die Wahrnehmung der Form.“

 

Hangen hat in diesem Zusammenhang gesagt, die jeweils von ihm gewählte Farbe bestimme die Form. Wir kennen bereits von den klassischen Konstruktivisten der ersten Stunde, sowohl im niederländischen DeStijl als auch im deutschen Bauhaus die Reduktion der Farbpalette auf wenige Grundfarben. Bonies fand für sich den Kontrast von Rot und Blau als eine der Grundaussagen in seiner Kunst. Schließlich, nach einigen Experimenten, kam Gelb hinzu und schließlich Grün.

 

Auf diese vier Farben baute Bonies seine konkrete Kunst auf. Allerdings wird bei ihm nicht, wie bei der Mehrzahl der konstruktiven Künstler, eine Grundform – etwa das Quadrat – durch Teilung und systematische Verwandlung als formale Basis der Bildfindung verwendet, sondern Bonies isoliert die von ihm verwendeten Formen ebenso wie die Farben und verwendet sie dann wie Signale.

 

Diese Methode macht den ins Auge springenden Unterschied der Kunst von Bonies zu vielen konstruktiven Bildfindungen seiner Kollegen aus. Mit der intensiven Signalwirkung der einzelnen Bilder von Bob Bonies konfrontiert, ist der Betrachter der Notwendigkeit enthoben, den formsystematischen Parametern nachzufolgen. Diese Art der Verwendung der Grundformen Quadrat, Dreieck oder Kreis auf seinen Bildern hebt Bonies aus dem Kontext der konstruktiven Kunst heraus. Man fragt sich, woher bei ihm diese Freiheit in der Verwendung von Grundformen kommt. Dabei stößt man in der Biographie des Künstlers auf seine Beschäftigung mit dem Tanz und der Choreografie. Mit seinem Kollegen Hans von Manen hat Bonies bereits 1969 ein choreografisches System entwickelt, das die beiden „Squares“  nannten und das man in der konkreten Nachkriegs-Kunst als das erste Beispiel  einer Einbeziehung der Bewegung in die Malerei ansehen kann. Man muss nicht die Kunst von Schlemmer aus dem deutschen historischen Kontext bemühen, um im Vergleich die avantgardistische Dimension dieser Erfindung zu erkennen.

 

Wenn man die Bilder von Bonies genauer analysiert, erkennt man leicht, dass er seine als Signale präsentierten Formen sehr systematisch aus den Grundformen der konstruktiven Kunst entwickelt hat. Allerdings verzichtet Bonies darauf, diese Entwicklung als Prozess in seine Malerei aufzunehmen und somit im einzelnen Bild präsent zu machen. Die Formen auf seinen Bildern sind Endformen, ihre Entwicklung ist eine intellektuelle Form der Auseinandersetzung mit der Form, die nur in ihrem Ergebnis als Bildform erscheint und somit ästhetisch relevant ist.

 

Hans-Peter Riese, Abenden/Eifel, im März 2020

 

 



Erste Kunstpreisverleihung der heijo + gisela hangen-stiftung
 2016 an die Choreographin Susanne Linke

Impressionen von der Preisverleihung der heijo + gisela hangen-stiftung
am 2. Juni 2016 im Foyer des Forum Confluentes in Koblenz

Die erste Preisverleihung der heijo + gisela hangen-stiftung erfolgte am Abend des 2. Juni 2016, im wunderschönen Ambiente des Forum Confluentes in Koblenz, in dem u.a. auch das Mittelrhein-Museum untergebracht ist.

 

Mit etwa 120 geladenen Gästen wurde die Choreographin und Tänzerin Susanne Linke für ihr Lebenswerk geehrt.  Es war eine emotionale Preisverleihung mit einer sehr gut gelaunten Preisträgerin, die sich sichtlich über den Preis und den Stiftungsring freute.


Zu den Gästen zählte u.a. die komplette Company Susanne Linke mit zehn internationalen Tänzerinnen und Tänzern, Kollegen des Theater Trier und auch die Dramaturgin Waltraut Körver, mit der Susanne Linke seit vielen Jahren zusammen arbeitet. Grußworte der Stadt Koblenz überbrachte der Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig und die Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz; als Vorstandsmitglied der heijo + gisela hangen-stiftung begrüßte Hans-Peter Riese, ehemaliger ARD-Korrespondent und langjähriger Freund des Stifters die Preisträgerin und Gäste.  Die Laudatio, von Norbert Servos in Berlin für Frau Linke geschrieben,  wurden vom Intendanten des Theater Trier, Dr. Karl W. Sibelius vorgetragen. Tobias Scharfenberger war leider krankheitsbedingt verhindert.

Die Ehrung und Ringübergabe erfolgte durch den Stifter, den 89jährigen Maler und Plastiker heijo hangen.
Mittlerweile stark gehbehindert, benötigte er die Hilfe seiner Nichten Simone Hangen und Claudia Blum-Frerichs, die den Stiftunggremien angehören.

Wir danken allen Gästen, Rednern und vor allem danken wir auch der "Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung" aus Kirn, die bereits eine kleine Zustiftung zur Verbrauchsstiftung der heijo + gisela hangen-stiftung in Höhe von 2.500Euro angekündigt hat!


Weitere Fotos finden Sie unter Preisverleihung 2016

Der Preisträgerring 2016 - angefertigt für Susanne Linke  (Copyright und Design: heijo hangen, 1968)
Der Preisträgerring 2016 - angefertigt für Susanne Linke (Copyright und Design: heijo hangen, 1968)

Susanne Linke Preisträgerin 2016 der heijo + gisela hangen-stiftung im forum confluentes koblenz
Rhein-Zeitung Koblenz vom 4. Juni 2016

Choreographin Susanne Linke erhält Kunstpreis der heijo + gisela hangen-stiftung

(Koblenz,25.04.2016)

 

 

Die Solotänzerin und Choreographin Susanne Linke erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis der heijo + gisela hangen-stiftung in Koblenz.

 

Die heijo + gisela hangen-stiftung wurde  2015 von dem 1927 in Bad Kreuznach geborenen und seit 1950 in Koblenz lebenden Konstruktiven Maler und Plastiker, heijo hangen, gegründet. Die feierliche Preisverleihung wird am 2. Juni 2016 in Koblenz, im Foyer des Forum Confluentes (Mittelrhein Museum) stattfinden. 

 

Die Treuhandstiftung ehrt mit ihrem Kunstpreis, der voraussichtlich im zweijährigen Rhythmus vergeben wird, Künstler im Bereich der Bildenden und Darstellenden Kunst für ihr Lebenswerk. Neben dem Preisgeld erhält der Preisträger einen von heijo hangen 1968 entworfenen Ring, mit der für hangen typischen Modulform.

 

Susanne Linke begann erst als 20Jährige, als eine der letzten Schülerinnen von Mary Wigmann, 1964 ihre Tanzausbildung in Berlin. Bereits drei Jahre später zog es sie zur Folkwang-Hochschule nach Essen, um ihre Technik im Rahmen ihrer Studien auszubauen. Nach ihrem Examen, von Pina Bausch ermuntert, wechselte sie 1970 in das Folkwang-Tanzstudio. Linke begann gleichzeitig zu choreographieren. Bereits Ihre ersten Stücke Puppe und Trop Tad wurden ausgezeichnet.Von 1975 bis 1985 übernahm sie für fast ein Jahrzehnt die künstlerische Leitung des Folkwang-Tanzstudios, zeitweise gemeinsam mit Reinhild Hoffmann. Ab 1977 choreographierte Susanne Linke ihre ersten Solos: Ach Unsinn, Im Bade Wannen und 1985 Schritte verfolgen.  Seit den 80er Jahren war Linke auf allen großen internationalen Festivals und tanzte ihre eigenen Solos, was zu weltweiter Bekanntheit führte. Als freie Choreographin arbeitete Susanne Linke u.a. für die Pariser Oper, das Nederlands Dans Theate und die José Limón Company.Anfang der 90er Jahre gründete sie die „Company Susanne Linke“ am Hebbel-Theater Berlin, 1994 eine neue Kompanie am Bremer Theater,gemeinsam mit Urs Dietrich. 2001 wurde sie Mitgründerin und künstlerische Leiterin des Choreographischen Zentrums Essen.

 

Seit der Saison 2015 leitet die 1944 geborene Choreographin am Theater Trier die Sparte Tanz. Mit ihrem internationalen Ensemble wurde ihr aktuelles Stück NEMMOKNA – Ankommen - Ende Januar 2016 in Trier uraufgeführt.
 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Stiftung über das Kontaktformular

 

 



Rhein-Zeitung Koblenz Kultur vom 14. Mai 2016
Rhein-Zeitung Koblenz Kultur vom 14. Mai 2016